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Holzbearbeitungsmaschinen: Chinesischer Außenhandel wirft Fragen auf

16.07.2015 | id:8949817

Der chinesische Export von Holzbearbeitungsmaschinen hat laut amtlicher Statistik im abgelaufenen Jahr 2014 um 66 Prozent auf einen Wert von 1,3 Mrd. Euro (790 Mio Euro in 2013) zulegen können. Damit hätte China einen Welthandelsanteil von mittlerweile 18 Prozent und hätte Italien als zweitgrößten Exporteur abgelöst. Das durchschnittliche Wachstum (CAGR) lag von 2010 bis 2013 noch bei knapp zehn Prozent. Der außergewöhnlich hohe Exportanstieg in 2014 wirft zumindest Fragen auf.

Vor allem der Exportanstieg nach Vietnam von 45 Mio. Euro in 2013 auf 361 Mio. Euro in 2014 ist kaum zu erklären. Zwar investiert die vietnamesische Holz- und Möbelindustrie in den vergangenen Jahren massiv in die Maschinenausrüstung. Nicht umsonst ist Vietnam mittlerweile der größte Möbelproduzent in Südostasien. Auch die Investitionen der lokalen Holzwerkstoffplattenindustrie war und ist aktuell bemerkenswert: Mindestens vier Großanlagen wurden in den vergangenen drei Jahren bestellt. Eine Erklärung könnten Lieferungen für die Industrien abseits der Holzverarbeitung sein: Die Außenhandelsdaten beinhalten zum Teil Maschinen für die Bearbeitung von Bein, Kork und Kunststoff. Erfahrungsgemäß machen diese allerdings weniger als zehn Prozent der Gesamtexporte aus. Auch ein möglicher rasanter Anstieg der Exporte gebrauchter Maschinen erscheint den Vertretern deutscher Maschinenbauer in China als sehr unwahrscheinlich. Das Thema wurde ausführlich beim letzten VDMA China Management Meeting im Juni in Qingdao diskutiert. Der Export von Hobel- und Fräsmaschinen für die Holzverarbeitung im Wert von 215 Mio. Euro bei einer chinesischen Produktion von rund 100 Mio. Euro scheint kaum realisierbar. 

Ähnlich verhält es sich bei den chinesischen Exporten in den Iran, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Diese konnten um rund 45 Prozent auf 45 Mio. Euro in 2014 zulegen. Inkludiert ist eine Holzwerkstoffanlage für rund elf Mio. Euro. Zusätzlich berichten Marktexperten von Exporterfolgen der chinesischen Ausrüster der sekundären Verarbeitungsstufe wie Nanxing oder KDT. Ob diese allerdings ausreichen, um die Steigerungen zu erklären ist fraglich. Vielleicht haben auch die deutschen Hersteller mit Produktionsstätten in China vermehrt Maschinen und Anlagen in den Iran geliefert.

Tröstlich ist, dass der chinesische Verband CNFMA - China National Forestry Machinery Association die aktuellen Außenhandelsdaten ebenfalls anzweifelt.

Bildquelle : VDMA

Wolfschütz, Dominik
Wolfschütz, Dominik
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Chinesischer Export von H...

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